PM & KI 27. August 2026 · 8 Min Lesezeit · Teil 1 von 2

Context, Harness, Loop. Drei Ebenen, die Produktteams gerade durcheinanderbringen.

TL;DR

Context, Harness und Loop Engineering sind keine Synonyme, sondern drei aufeinander aufbauende Ebenen: Context legt fest, was ein Modell für einen einzelnen Aufruf sieht, das Harness legt die Umgebung eines Agenten fest, der Loop legt fest, wer ihn anstößt. Jede Ebene erbt die Schwächen der darunterliegenden. Alle drei enthalten Entscheidungen, die auf den Produkttisch gehören und nicht in die Implementierung. Gefüllt werden sie über eine Spezifikation, die vorher festlegt, woran ein Ergebnis gemessen wird.

Selbsttest zum Start

Bevor du weiterliest: prüf dein eigenes Setup.

Kopier diesen Prompt in dein KI-Werkzeug. Er sortiert dein Setup auf die drei Ebenen, die dieser Artikel beschreibt, und endet mit genau einer Optimierung für die schwächste davon. Die Antwort ist deine Landkarte für den Rest des Textes.

Du bist mein Sparringspartner für den Aufbau meiner KI-Zusammenarbeit.
Wir sortieren mein Setup auf drei Ebenen:

1. Context: was du für einen einzelnen Aufruf siehst (Dateien, Regeln,
   Beispiele, Verlauf).
2. Harness: die Umgebung, in der du arbeitest (Werkzeuge, Rechte,
   Gedächtnis, automatische Prüfungen).
3. Loop: wer dich anstößt, wie oft, mit welchem Budget und mit welcher
   Abbruchbedingung.

Geh so vor:
1. Stell mir pro Ebene höchstens drei Fragen, eine nach der anderen, und
   warte jeweils auf meine Antwort.
2. Fasse danach je Ebene in einem Satz zusammen, was bei mir steht und
   was fehlt.
3. Ordne meine drei häufigsten Probleme jeweils genau einer Ebene zu und
   begründe die Zuordnung.
4. Nenne für die schwächste Ebene genau eine Optimierung, die ich in unter
   30 Minuten umsetzen kann, mit einem prüfbaren Kriterium, woran ich
   erkenne, dass sie wirkt.

Rate nicht. Wenn dir etwas fehlt, frag nach.

KI ist ein starkes Werkzeug, wenn ein sauberer Rahmen für die Zusammenarbeit geschaffen wird. Context, Harness und Loop Engineering sind drei Begriffe, die die verschiedenen Ebenen beschreiben, die nahtlos ineinander greifen sollten, um den größtmöglichen Outcome in der Zusammenarbeit mit KI zu erreichen. Prompt Engineering, also die Optimierung des Befehls, wird dabei zweitrangig. Wer die Ebenen nicht trennt, behandelt einen falschen Agentenlauf als Prompt-Problem statt als Systemfehler und nimmt schwächere Ergebnisse in Kauf. Die Sortierung ist deshalb keine Begriffsklauberei, sondern die Voraussetzung dafür, den richtigen Hebel zu finden.

Drei Ebenen, die ständig verwechselt werden

Context Engineering ist die unterste Ebene. Anthropics Applied-AI-Team beschreibt sie als die Arbeit, für jede einzelne Antwort genau die Informationen auszuwählen und aktuell zu halten, die das Modell dafür braucht, und alles andere wegzulassen.1 Der Unterschied zum Prompt Engineering liegt darin, dass diese Kuratierung nicht einmal stattfindet, sondern vor jedem einzelnen Aufruf neu. Die Regel dazu ist ein Weglass-Auftrag: die kleinstmögliche Menge hochwertiger Token finden, die das gewünschte Ergebnis wahrscheinlich macht.

Harness Engineering sitzt darüber und beschreibt die Umgebung, in der ein einzelner Agent handelt: Systemprompt, Werkzeuge, Skills, MCP-Anbindungen, Sandbox, Rechte, Hooks, Dateigedächtnis und die Prüfungen, an denen ein Ergebnis scheitern kann.

Loop Engineering sitzt noch eine Ebene höher und beschreibt das System, das einen Agenten wiederholt anstößt, Helfer startet, Ergebnisse verifiziert und den Zustand weiterträgt, ohne dass ein Mensch Zug um Zug promptet. Addy Osmani hat den Begriff am 7. Juni 2026 geprägt, ausgelöst von Boris Chernys Satz „I don't prompt Claude anymore. I have loops running that prompt Claude and figuring out what to do. My job is to write loops".2

Die Reihenfolge ist keine Geschmacksfrage. Jede Ebene erbt die Schwächen der darunterliegenden und ein Loop, der ein lückenhaftes Harness immer wieder aufruft, macht den Fehler nicht kleiner, sondern nur schneller.

Ebene Legt fest Symptom, wenn hier das Problem sitzt
Context Was in einem einzelnen Aufruf steht: ausgewählte Dokumente, Beispiele, Regeln, Verlauf Der Agent liefert schon bei einer einzelnen Aufgabe unzuverlässig
Harness Die Umgebung eines Agenten: Werkzeuge, Rechte, Sandbox, Gedächtnis, Prüfungen Der Agent liefert, verfehlt aber die Standards und bemerkt eigene Fehler nicht
Loop Wer den Agenten anstößt, wie oft, mit welchem Budget und welcher Abbruchbedingung Jeder Durchlauf braucht einen Menschen, der ihn von Hand startet
Loop Ebene 3

Wer den Agenten wiederholt anstößt, die Ergebnisse verifiziert und den Zustand weiterträgt, statt Zug um Zug zu prompten.

Harness Ebene 2

Die Umgebung, in der ein Agent handelt. Sie umschließt den Context, statt ihn zu ersetzen.

Context Ebene 1

Was das Modell für einen einzelnen Aufruf sieht. Hier sitzt das System aus dem Context-Engineering-Artikel unverändert weiter.

Sensemaking Muster, Schlüsse, Strategie
Identity Rolle, Projekte, eigene Arbeiten
Knowledge Methoden, Frameworks, Quellen

Werkzeuge · Rechte · Sandbox · Gedächtnis · Prüfungen

Anstoß · Wiederholung · Sub-Agenten · Budget · Abbruch

Die drei Wissensschichten und ihr Regelwerk aus dem Context-Engineering-Artikel sitzen vollständig auf Ebene 1. Harness und Loop legen sich darum, ohne etwas daran zu ändern. Deshalb erbt jede äußere Ebene die Schwächen der inneren.

Woher Harness Engineering kommt und was der Begriff verrät

Harness Engineering entstand nicht am Reißbrett, sondern als Beschreibung einer Gewohnheit. Mitchell Hashimoto hielt Anfang 2026 eine Stufe seiner KI-Nutzung fest, auf der er einen Agentenfehler nicht mehr korrigiert, sondern eine Vorkehrung baut, damit genau dieser Fehler nicht wiederkommt.3 Kurz darauf berichtete OpenAI von einem Projekt nach derselben Logik, in dem über Monate kein Code von Hand getippt wurde.4

Aus dieser Herkunft lässt sich mehr ableiten als eine Arbeitstechnik. Ein Harness wächst aus Fehlern, nicht aus einem Konzept. Wer es vorab durchplant, baut Vorkehrungen gegen Probleme, die er noch nicht hat. Jede Vorkehrung ist eine Annahme darüber, was das Modell nicht allein kann, und sie altert, weil mit jedem Modellwechsel ein Stück Gerüst überflüssig werden kann.5 Und die wirksamen sind unspektakulär. Gegen die typischen Fehlmuster langlaufender Agenten hilft kein besseres Modell, sondern eine maschinenlesbare Anforderungsliste, eine Fortschrittsdatei und ein fester Startpunkt.6

Das ist der eigentliche Befund hinter dem Begriff. Ein Harness ist keine Modellarbeit, sondern Buchführung über den Zustand einer Aufgabe.

Warum das Produktentscheidungen sind

Die Bestandteile klingen technisch, die Entscheidungen darin sind es nicht.

Auf der Context-Ebene ist ein endliches Aufmerksamkeitsbudget zu verteilen. Jedes Token verbraucht Kapazität und die Genauigkeit sinkt messbar, je voller das Fenster wird.1 Zu entscheiden, was hineindarf und was draußen bleibt, ist Priorisierung unter Knappheit, also der Kern von Produktarbeit.

Auf der Harness-Ebene entscheidet der Zuschnitt der Werkzeuge über den Funktionsumfang. Ken Aizawa argumentiert, dass gute Agentenwerkzeuge nicht die vorhandene Schnittstelle spiegeln, sondern entlang der Arbeitsabläufe geschnitten werden, die ein Agent wirklich braucht.7 Wer die Werkzeuge zuschneidet, legt damit fest, welche Aufgaben überhaupt in Reichweite liegen. Das ist eine Scope-Entscheidung, auch wenn sie in einer technischen Definition steht.

Auf der Loop-Ebene entscheidet die Abbruchbedingung. Ein Loop ohne erreichbares Ziel, ohne Budget und ohne Prüfung, die ihn beendet, ist kein autonomes System, sondern ein unbeaufsichtigter Kostenposten.

Der Rahmen, der Autonomie erst trägt

Die drei Ebenen sagen, wo ein Problem sitzt, noch nicht, womit man sie füllt. Diese Lücke bearbeitet ein Ansatz, der seit 2025 unter dem Namen Spec-Driven Development läuft. Er dreht die übliche Reihenfolge um: Vor der Umsetzung steht eine Spezifikation und die ist nicht die Vorstufe der Wahrheit, sondern die Wahrheit selbst. GitHub nennt das den Wechsel von „Code ist die Quelle der Wahrheit" zu „Absicht ist die Quelle der Wahrheit".8 Birgitta Böckeler fasst das Artefakt schärfer: ein strukturiertes, verhaltensorientiertes Dokument in natürlicher Sprache, das Mensch und Agent gemeinsam als Bezugspunkt nutzen.9 Sie vergrößert den Raum, in dem ein Agent allein arbeiten darf, weil sie beschreibt was gelten soll statt wie es hergestellt wird. Kief Morris nennt die tragfähige Haltung „an der Schleife": nicht jedes Ergebnis abnehmen, sondern die Prüfungen bauen, an denen es sich messen lassen muss.10

Damit schließt sich der Kreis zur Harness-Ebene. Eine Spezifikation ist Rahmen und Prüfmaßstab in einem: Sie sagt vorher, was gelten soll und liefert hinterher das Kriterium, an dem ein Ergebnis scheitern darf. Autonomie entsteht deshalb nicht dadurch, dass man einem Agenten mehr erlaubt, sondern dadurch, dass vorher feststeht, woran sein Ergebnis gemessen wird. Wer keine prüfbare Abnahmebedingung formulieren kann, kann nicht delegieren. Neu ist nur, wie schnell sich das rächt, wenn am anderen Ende niemand sitzt, der stutzt.

Hier endet dieser Artikel bewusst beim Prinzip. Die operative Ableitung, also wie eine solche Spezifikation im Produktalltag konkret aussieht, welche Felder sie trägt und wie man sie in Auftragspakete übersetzt, mit denen ein Agent allein arbeiten kann, nimmt sich der zweite Teil dieser Reihe vor.

Context, Harness und Loop legen fest, was ein Agent sieht, was er darf und wie oft er es tut. Das sind drei Produktentscheidungen und keine drei Implementierungsdetails.

Kritische Einordnung

Das Vokabular ist Monate alt und nicht gesetzt. Dieselben drei Wörter werden je nach Sprecher unterschiedlich weit gefasst. In Diskussionen darüber geht mehr Zeit verloren als in der Sache. Besser die Ebene beschreiben, statt sich auf das Etikett zu verlassen.

Bei den Belegen lohnt Zurückhaltung. Der OpenAI-Bericht ist die Erfahrungsbeschreibung eines Anbieters über sein eigenes Werkzeug, die Anthropic-Beiträge stammen von der Firma, deren Modelle darin laufen. Belastbarer ist Harness-Bench: Dort treten Modelle und Harness-Konfigurationen unter gleichen Bedingungen gegeneinander an. Die Leistung variiert erheblich je nach Paarung.11

Der ernstere Einwand kommt von Osmani. Er nennt drei Risiken: fehlende Verifikation („A loop running unattended is also a loop making mistakes unattended"), schleichenden Verständnisverlust und die Bequemlichkeit, zu den Ergebnissen keine eigene Meinung mehr zu haben.2 Dazu kommt die Gegenrichtung: Ein Harness kann Prüfungen so lange stapeln, bis von der Autonomie nichts übrig bleibt. Gartner sagt für Ende 2027 voraus, dass über 40 Prozent der agentischen KI-Projekte abgebrochen werden, unter anderem wegen steigender Kosten.12 Wo die Grenze zwischen genug und zu viel verläuft, muss sich erst zeigen.

Der Übertrag in den Produktalltag

Bei der Fehlersuche. Wenn ein Ablauf nicht liefert, ist die erste Frage nicht, wie man den Prompt umformuliert, sondern auf welcher Ebene das Problem sitzt. Keine Prüfschleife der Welt repariert ein Context-Problem. Drei verschiedene Ebenen bedeuten drei verschiedene Budgets und drei verschiedene Zuständigkeiten.

Bei der Spezifikation. Wer eine KI-gestützte Funktion beschreibt, muss zwei Fragen beantworten, die in klassischen Anforderungen oft implizit bleiben: Was weiß das System vorher, und woran scheitert sein Ergebnis hinterher. Die erste Frage ist eine Context-Entscheidung, die zweite eine Abnahmebedingung. Solange beide fehlen, ist die Autonomie eines Agenten nicht begrenzt, sondern nur unbeobachtet.

Bei der Wartung. Jede Vorkehrung, die als Reaktion auf einen Fehler entstand, hat ein Verfallsdatum, das niemand notiert. Und Prüfungen, die nur auf einem Rechner oder in einer Anleitung existieren, wandern nicht mit. Eine Prüfung, die jemand von Hand wieder anschließen muss, ist keine Prüfung, sondern eine Absichtserklärung.

Was bleibt für jeden Tag

Erst die Ebene bestimmen, dann den Hebel wählen

Unzuverlässig bei einer einzelnen Aufgabe heißt Context. Verfehlt die Standards heißt Harness. Braucht ständig einen Anstoß heißt Loop.

Die Abnahmebedingung vor die Ausführung schreiben

Autonomie entsteht nicht durch mehr Erlaubnis, sondern dadurch, dass vorher feststeht, woran das Ergebnis gemessen wird.

Jede Harness-Komponente ist eine Annahme

Sie sagt, was das Modell nicht allein kann. Mit dem nächsten Modell kann sie überflüssig werden, also regelmäßig prüfen.

Glossar

Context Engineering — das Kuratieren der Informationen, die ein Modell für einen einzelnen Aufruf sieht.

Harness — alles an einem KI-Agenten, was nicht das Modell ist: Werkzeuge, Rechte, Zustand, Prüfungen.

Loop Engineering — das System, das einen Agenten wiederholt anstößt, prüft und weiterlaufen lässt.

Spec-Driven Development — Arbeitsweise, bei der eine Spezifikation vor der Umsetzung steht und als verbindliche Quelle gilt.

Abnahmebedingung — vorab formuliertes, prüfbares Kriterium, an dem ein Ergebnis scheitern kann.

Agent — ein Sprachmodell, das über mehrere Schritte hinweg Werkzeuge benutzt und Zustand behält.

Systemprompt — die feste Anweisung, die vor jedem Gespräch gilt und Rolle sowie Regeln setzt.

Context-Fenster — die begrenzte Textmenge, die ein Modell pro Anfrage gleichzeitig verarbeiten kann.

Token — kleinste Texteinheit der Verarbeitung, grob ein Wortteil.

Inferenz — der Vorgang, bei dem ein trainiertes Modell aus einer Eingabe eine Ausgabe erzeugt.

Aufmerksamkeitsbudget — Bild für die endliche Kapazität eines Modells, Bezüge im Context herzustellen.

Hook — automatischer Zwischenschritt, der bei einem Ereignis feste Regeln erzwingt.

Pre-Commit-Hook — Hook, der vor dem Speichern in die Versionsverwaltung prüft und notfalls abbricht.

Sandbox — abgeschottete Umgebung, in der ein Agent handeln darf, ohne echte Systeme zu berühren.

MCP — offener Standard, über den Agenten an externe Werkzeuge und Datenquellen andocken.

Skill — festgehaltene Fähigkeitsbeschreibung, die ein Agent bei Bedarf nachlädt.

Sub-Agent — Helfer-Agent, der eine Teilaufgabe übernimmt und nur das Ergebnis zurückgibt.

Agentische KI — KI-Systeme, die eigenständig Handlungsschritte ausführen statt nur zu antworten.

Teil 2

Der zweite Teil macht aus Spec-Driven Development eine Arbeitsweise: welche vier Felder eine Spezifikation trägt, warum die Abnahmebedingung die anderen drei trägt, wie daraus Auftragspakete für einen Agenten werden und woran der Ansatz in der Praxis scheitert.

PM & AI August 27, 2026 · 8 min read · Part 1 of 2

Context, harness, loop. Three layers product teams keep confusing.

TL;DR

Context, harness and loop engineering are not synonyms but three layers stacked on each other: context settles what a model sees for a single call, the harness settles the environment an agent acts in, the loop settles who triggers it. Every layer inherits the weaknesses of the one below. All three hold decisions that belong on the product table rather than in the implementation. What fills them is a specification that settles up front what the result will be measured against.

Self-check first

Before you read on: test your own setup.

Paste this prompt into your AI tool. It sorts your setup into the three layers this article describes and ends with exactly one improvement for the weakest of them. The answer is your map for the rest of the text.

You are my sparring partner for setting up how I work with AI.
We sort my setup into three layers:

1. Context: what you see for a single call (files, rules, examples,
   history).
2. Harness: the environment you act in (tools, permissions, memory,
   automatic checks).
3. Loop: who triggers you, how often, on what budget and with what stop
   condition.

Work like this:
1. Ask me at most three questions per layer, one at a time, and wait for
   my answer each time.
2. Then summarise per layer, in one sentence, what I have in place and
   what is missing.
3. Assign my three most frequent problems to exactly one layer each and
   justify the assignment.
4. For the weakest layer, name exactly one improvement I can implement in
   under 30 minutes, with a checkable criterion that tells me it worked.

Do not guess. If something is missing, ask.

AI is a powerful tool once you build a clean frame for working with it. Context, harness and loop engineering name the layers of that frame, and they have to mesh if you want the largest possible outcome. Prompt engineering, the optimisation of the individual instruction, becomes secondary. Teams that do not separate the layers treat a failed agent run as a prompt problem instead of a system fault and settle for weaker results. Sorting them is not pedantry. It is what makes the right lever findable.

Three layers that keep getting confused

Context engineering is the bottom layer. Anthropic's Applied AI team describes it as picking and maintaining exactly the information a model needs for one single answer, and leaving out everything else.1 What separates it from prompt engineering is that this curation happens before every single call, not once. The rule is an instruction to leave things out: find the smallest set of high signal tokens that makes the desired outcome likely.

Harness engineering covers the environment an agent acts in: system prompt, tools, skills, MCP connections, sandbox, permissions, hooks, file based memory and the checks a result has to survive.

Loop engineering sits one floor higher: the system that triggers an agent repeatedly, spawns helpers, verifies results and carries state forward without a human prompting turn by turn. Addy Osmani coined the term on June 7, 2026, prompted by Boris Cherny: "I don't prompt Claude anymore. I have loops running that prompt Claude and figuring out what to do. My job is to write loops".2

The order is not a matter of taste. Every layer inherits the weaknesses of the one below. A loop calling an incomplete harness does not shrink the mistake, it repeats it faster.

Layer Settles Symptom when the problem sits here
Context What goes into a single call: selected documents, examples, rules, history The agent is unreliable on a single task already
Harness The environment of an agent: tools, permissions, sandbox, memory, checks The agent delivers but misses your standards and does not catch its own mistakes
Loop Who triggers the agent, how often, on what budget and with what stop condition Every run needs a person to start it by hand
Loop Layer 3

Who triggers the agent repeatedly, verifies the results and carries the state forward, instead of prompting turn by turn.

Harness Layer 2

The environment an agent acts in. It wraps around the context rather than replacing it.

Context Layer 1

What the model sees for a single call. The system from the context engineering article sits here unchanged.

Sensemaking Patterns, conclusions, strategy
Identity Role, projects, own work
Knowledge Methods, frameworks, sources

Tools · Permissions · Sandbox · Memory · Checks

Trigger · Repetition · Sub-agents · Budget · Stop

The three knowledge layers and their rulebook from the context engineering article sit entirely on layer 1. Harness and loop wrap around them without changing anything inside. That is why every outer layer inherits the weaknesses of the inner one.

Where harness engineering came from and what the term reveals

Harness engineering did not come from a whiteboard. It described a habit. In early 2026 Mitchell Hashimoto wrote down a stage of his own AI use where he no longer fixes an agent's mistake but builds a safeguard so that specific mistake does not return.3 Shortly after, OpenAI reported a project on the same logic, where for months nobody typed code by hand.4

That origin carries more than a technique. A harness grows out of mistakes, not out of a concept. Planning one in advance means guarding against problems you do not have yet. Every safeguard is an assumption about what the model cannot do alone, and it ages, because each new model can make a piece of scaffolding redundant.5 And the ones that work are unspectacular. Against the failure patterns of long running agents a better model does not help. A machine readable requirements list, a progress file and a fixed starting point do.6

A harness, then, is not model work. It is bookkeeping about the state of a task.

Why these are product decisions

The components sound technical. The decisions inside them are not.

At the context layer a finite attention budget has to be allocated. Every token consumes capacity and accuracy drops measurably as the window fills.1 What gets in and what stays out is prioritisation under scarcity, the core of product work.

At the harness layer the shape of the tools decides the scope of the product. Ken Aizawa argues that good agent tools do not mirror an existing interface but are cut along the workflows an agent needs.7 Cutting the tools settles which tasks are in reach. That is a scope decision, even inside a technical definition.

At the loop layer the stop condition decides. A loop with no reachable target, no budget and no check that ends it is not autonomous, it is an unattended cost item.

The frame that makes autonomy work

The three layers say where a problem sits, not what fills them. That gap is what spec-driven development has been working on since 2025. It reverses the usual order: the specification comes first and is not a draft of the truth but the truth itself. GitHub calls that a move from "code is the source of truth" to "intent is the source of truth".8 Birgitta Böckeler sharpens the artefact: a structured, behaviour oriented document in natural language that human and agent share as a reference point.9 It widens the space an agent can work in alone, because it describes what should hold rather than how it is built. Kief Morris calls the workable stance "on the loop": building the checks every output has to survive instead of signing off each one.10

Which closes the circle back to the harness layer. A specification is frame and yardstick at once: it states what should hold and supplies the criterion a result may fail against. Autonomy therefore does not come from permitting an agent more, but from settling up front what its result is measured against. Anyone who cannot state a checkable acceptance condition cannot delegate. What is new is how fast that costs you when nobody at the other end pauses to ask.

This article stops at the principle. How that turns into practice, which fields carry such a specification and how you translate it into work packages an agent can handle alone, is what part two takes on.

Context, harness and loop settle what an agent sees, what it may do and how often it does it. Those are three product decisions, not three implementation details.

A critical look

The vocabulary is months old and not settled. The same three words are drawn wider or narrower depending on who is speaking. Arguing about labels burns more time than the substance does. Better to describe the layer.

The evidence deserves restraint. The OpenAI piece is a vendor describing its own tool, and the Anthropic posts come from the company whose models run inside them. Harness-Bench holds up better, because models and harness configurations compete under identical conditions there. Performance varies substantially by pairing.11

The more serious objection comes from Osmani. He names three risks: missing verification ("A loop running unattended is also a loop making mistakes unattended"), a slow erosion of understanding, and the comfort of no longer holding an opinion about the output.2 The opposite failure exists too: a harness can stack checks until nothing autonomous is left. Gartner predicts more than 40 percent of agentic AI projects will be cancelled by the end of 2027, partly because of escalating costs.12 Where the line between enough and too much sits is still open.

What this changes in product work

In debugging. When a workflow fails, the first question is not how to rephrase the prompt but which layer the problem sits on. No amount of checking repairs a context problem. Three layers mean three budgets and three owners.

In specification. Describing an AI supported feature means answering two questions classic requirements leave implicit: what the system knows beforehand, and what its result fails against afterwards. The first is a context decision, the second an acceptance condition. While both are missing, autonomy is not bounded. It is merely unobserved.

In maintenance. Every safeguard built after a mistake carries an expiry date nobody writes down. And checks living only on one machine do not travel. A check someone reconnects by hand is not a check. It is a statement of intent.

What stays with you every day

Identify the layer first, then pick the lever

Unreliable on a single task means context. Misses your standards means harness. Needs constant triggering means loop.

Write the acceptance condition before the run

Autonomy does not come from granting more permission. It comes from settling up front what the result is measured against.

Every harness component is an assumption

It states what the model cannot do alone. The next model can make it redundant, so review it regularly.

Glossary

Context engineering — curating the information a model sees for a single call.

Harness — everything about an AI agent that is not the model: tools, permissions, state, checks.

Loop engineering — the system that triggers an agent repeatedly, verifies it and keeps it running.

Spec-driven development — working from a specification written before the build and treated as the binding source.

Acceptance condition — a checkable criterion stated up front that a result is allowed to fail against.

Agent — a language model that uses tools across several steps and keeps state.

System prompt — the standing instruction before every conversation that sets role and rules.

Context window — the limited amount of text a model can process at once per request.

Token — smallest unit of text processing, roughly a fragment of a word.

Inference — the process of a trained model turning an input into an output.

Attention budget — image for a model's finite capacity to relate pieces of context to each other.

Hook — an automatic intermediate step that enforces fixed rules when an event occurs.

Pre-commit hook — a hook that checks before saving to version control and aborts if needed.

Sandbox — an isolated environment where an agent acts without touching real systems.

MCP — open standard through which agents connect to external tools and data sources.

Skill — a written capability description an agent loads when it needs it.

Sub-agent — a helper agent that takes on a subtask and returns only the result.

Agentic AI — AI systems that carry out steps on their own instead of only answering.

Part 2

Part two turns spec-driven development into a working practice: the four fields that carry a specification, why the acceptance condition carries the other three, how it becomes work packages an agent can take on, and where the approach fails in practice.